Das Setup: Ein Lot USDJPY in Zahlen
- USD-Zins = 5,0%, JPY-Zins = 1,0% – eine Zinsdifferenz von 4,0% pro Jahr.
- Broker-Aufschlag = 0,65% – der Abschlag, den jeder Retail-Broker auf die Zinsdifferenz erhebt.
- USDJPY = 156. 1 Standard-Lot entspricht 100.000 USD für die Carry-Berechnung.
- Haltedauer = 5 Tage; Swap wird jede Nacht gebucht. Diese vier Zahlen bestimmen den Kalkulator.
Long USDJPY: Der klassische Carry Trade
- Long USDJPY bedeutet Long USD (5% erhalten) und Short JPY (1% zahlen).
- Brutto-Carry: 5,0% − 1,0% = +4,0% pro Jahr.
- Nach Broker-Aufschlag: 4,0% − 0,65% = +3,35% pro Jahr.
- Carry-Gutschrift über 5 Tage: 100.000 × 3,35% × 5/365 = +45,89 USD für das Halten der Position.
Short USDJPY: Zahlen für das Privileg
- Short USDJPY bedeutet Long JPY (1% erhalten) und Short USD (5% zahlen).
- Brutto-Carry: 1,0% − 5,0% = −4,0% pro Jahr.
- Nach Broker-Aufschlag: −4,0% − 0,65% = −4,65% pro Jahr – der Aufschlag verschlechtert den Carry.
- Carry-Kosten über 5 Tage: 100.000 × 4,65% × 5/365 = −63,70 USD. Der Broker-Aufschlag wirkt immer gegen dich.
Warum USDJPY der Klassiker war
- Die 5-Tage-Differenz zwischen Long und Short beträgt 109,59 USD pro Lot, vor jeder Preisbewegung.
- Pro Tag: +9,18 USD vs. −12,74 USD. Monatlich ca. 275 USD vs. −382 USD – eine Differenz von 657 USD.
- USDJPY bot die höchste Zinsdifferenz, was es zum bevorzugten Paar gegenüber EURUSD machte.
- Mit 4% Zinsdifferenz erhält man einen signifikanten täglichen Credit – das ist der Reiz des Trades.
Der Haken: Wenn der Trade unrund läuft
- Positiver Carry ist kein geschenktes Geld – es ist eine Wette auf stabile Zinsen und Wechselkurse.
- Steigen die JPY-Zinsen, müssen Carry-Trades massiv aufgelöst werden.
- Jeder, der Yen geliehen hatte, muss nun gleichzeitig Yen kaufen, was den Kurs explosiv nach oben treibt.
- Der nächtliche Credit ist klein und stetig, der Verlust beim Unwind ist plötzlich – wähle Positionsgrößen für den Ernstfall.
Carry-Kosten im Broker-Vergleich
- Der 0,65%-Aufschlag ist brokerspezifisch – vergleiche immer die Swap-Spalte, nicht nur die Spreads.
- Auf der Short-Seite verschärft der Aufschlag den negativen Carry (−4,65%), auf der Long-Seite schmälert er den Ertrag (+3,35%).
- Für andere Paare gilt die gleiche Mechanik – die Zinsdifferenz variiert, die Richtung des Swaps ändert sich.
- Übe die Haltedisziplin im Simulator: Carry-Kosten sind real, Risiko-Management ist Pflicht.
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Was ist der Yen Carry Trade?+
Man leiht sich günstig Yen und investiert in höher verzinste Währungen. Bei USDJPY long erhältst du den USD-Zins abzüglich der JPY-Kosten als tägliche Gutschrift.
Wie viel verdient man mit 1 Lot Long USDJPY?+
In diesem Beispiel: ca. 9,18 USD pro Nacht bzw. 275 USD im Monat. Die Short-Seite kostet ca. 382 USD monatlich durch Aufschläge.
Was passiert beim Unwind des Carry Trade?+
Wenn Zinsen steigen, müssen alle Positionen schnell geschlossen werden. Massiver Rückkauf von Yen führt zu extremen Preisbewegungen gegen Carry-Trader.
Warum ist die Short-Seite schlechter als -4,0%?+
Der Broker-Aufschlag belastet beide Seiten. Short zahlst du die Zinsdifferenz plus Aufschlag (−4,65%), Long erhältst du Differenz minus Aufschlag (+3,35%).
Sind das reale Broker-Swap-Gebühren?+
Dies ist ein vereinfachtes Modell für Retail-Accounts. Echte Swaps hängen von den Raten deines Brokers ab. Prüfe stets deine Plattform-Daten.